
Reiseberichte
Erste Reise nach dem Bürgerkrieg
Mai 2010
Es ist unsere erste Reise nach Sri Lanka nach einer vom Bürgerkrieg erzwungenen Zwangspause von 3 ½ Jahren. Aber nun stehen wir, Anne Christoph, Erdmute Erben und Matthias Strelow am Flughafen von Colombo. Unser Terminplan ist voll, geplant sind Treffen mit Vertretern der Homöopathie Sri Lankas, mit Mr. Udeni Dias von Sewalanka Foundation und mit dem für Homöopathie zuständigen Minister für Indigene Medizin. Vor allem aber wollen wir an der Ostküste unsere sri lankischen Kollegen, unsere ehemaligen Übersetzer und einige unserer ehemaligen Patienten sehen. Kurz: wir möchten einen Eindruck davon bekommen, was an Veränderungen durch unseren Einsatz nach dem Tsunami nachwirkt.
Von unserem ersten Gesprächspartner Dr. Mass, Koordinator der NAHA (National Association of Homeopathy), erfahren wir viel über die Hintergründe der schwierigen politischen Landschaft um die Homöopathie in Sri Lanka. Neben häufigen Ministerwechseln mit ihren sich ständig ändernden Vorgaben, waren es vor allem Grabenkämpfe und Korruption im Homeopathic Council selbst, die die Homöopathie Sri Lankas an den Rand des Ruins gebracht haben. Aktuell steht Dr. Perera, bis vor kurzem Vorsitzender des Councils, vor Gericht, da er Registrierungen als homöopathischer Arzt in großem Umfang verkauft hat. Damit findet sich in Sri Lanka eine unbekannte Anzahl zugelassener „homöopathischer Ärzte“, deren medizinische und homöopathische Kenntnisse sich darauf beschränken, Dr. Perera eine gewisse finanzielle Unterstützung gewährt zu haben.
Am folgenden Tag treffen wir uns mit Mr. Udeni Dias und Mitarbeitern in der Hauptgeschäftsstelle von Sewalanka Foundation in Colombo. Die Arbeit von Sewalanka beeindruckt uns tief, kompetent und mit engagierten Mitarbeitern arbeiten Sewalanka und ihre Unterorganisationen an einem vielseitigen Programm zur Verbesserung der Lage der Bevölkerung. Die Arbeit umfasst Projekte zum Hausbau, Gesundheitsaufklärung, Traumabehandlungen, Beratung bei Unternehmungsgründungen, Mikrokredite und vieles andere mehr. Der Verein ist bis in die einzelnen Dorfkommunen hinein durchstrukturiert - auf Distriktebene ausgebildete Multiplikatoren tragen die Ausbildungsinhalte weiter in die Dörfer.
Wir verabreden ein weiteres Treffen im Anschluss an unsere Rundreise, um eine künftige Zusammenarbeit zu besprechen.





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