
Lamu, eine kleine Inselstadt im Indischen Ozean
Ausgangsort unseres Projekts ist Lamu, eine kleine Inselstadt 280 km nördlich von Mombasa im Indischen Ozean.
Eine Einladung nach Lamu ist eine Einladung zur Gelassenheit, den schnellen Schritt zu verlangsamen und den zwischenmenschlichen Begegnungen genügend Raum zu geben. Die Lamuianer lassen ihre Kraft nicht von Eile und Ungeduld verzehren. Schnelle Autos werden hier durch Esel ersetzt.
Lamu hat ca. 15.000 Einwohner, die größtenteils der Bevölkerungsgruppe der Suaheli angehören. Die Landessprache ist Kisuaheli und wird auch von fast allen Ethnien im Land gesprochen, Amtssprache ist Englisch. Die Suahelis sind Moslems und leben hier einträchtig mit der aus dem Festland stammenden Minderheit der Christen zusammen.
Die Einwohner Lamus bestreiten ihren Lebensunterhalt größtenteils durch Fischfang und Tourismus. Sie leben in weitgehend intakten Familiengemeinschaften zusammen, in denen das Wissen der Alten die innovative Energie der Jungen bestimmt. In den ländlichen Regionen lebt die Bevölkerung unter sehr ärmlichen Verhältnissen. Sie sind weitgehend auf landwirtschaftliche Selbstversorgung angewiesen, abhängig von Klima- und Witterungsverhältnissen.
Das Distrikt-Hospital ist das einzige Krankenhaus in der Umgebung. Hier gibt es 80 Betten und eine ambulante Versorgung zumeist nur durch einen einzigen Arzt. Die medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung ist unzureichend. Die Wege zum Krankenhaus sind sehr weit und die Bootsfahrt nach Lamu kann meist von den Betroffenen nicht finanziert werden. Bis auf kleine Dispensaries, die von einer Krankenschwester oder einem Hilfsdoktor geleitet werden und äußerst dürftig medizinisch ausgestattet sind, gibt es für diese Menschen in lebensbedrohlichen Situationen keinen Zugang zu einer ausreichenden medizinischen Versorgung. So sind in einigen Gegenden die geschätzte Müttersterblichkeit 10-20 %, die der Babys sogar bis zu 30 % erschütternde Realität.
In diesen Regionen genießen die Hebammen hohes Ansehen. Sie sind meist die einzigen Ansprechpartner für die Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, und für die akuten Probleme des Säuglings. Ihr Wissen erhalten sie aus dem Erfahrungsschatz ihrer Vorfahren, wobei sie der westlichen modernen Medizin gegenüber eher skeptisch eingestellt sind und die traditionellen Heilweisen bevorzugen. Für die Homöopathie zeigen sie Interesse. Diese Methode ist besonders geeignet, weil effektiv, wirksam und kostengünstig. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung und Erweiterung der Naturheilkunde sein und durch ihren Einsatz kann eine deutliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation ermöglicht werden.




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