
August 2010
Anfang August brechen wir zu unserer dritten Ausbildungsreise nach Bolivien auf. Nach mehreren Zwischenlandungen und 35 Stunden Reisezeit kommen wir am Abend todmüde in La Paz an. Die traumhafte Kulisse von La Paz mit ihren hunderttausend Lichtern reißt uns noch ein Mal kurz aus unserer Lethargie, aber mit einsetzenden Kopfschmerzen sind wir froh, im Hotel sofort ins Bett fallen zu können.
Auch am nächsten Morgen beschwert sich der Körper noch mit Kopfschmerzen über die Zumutung, sich plötzlich auf 3600 Höhenmetern wiederzufinden. Diese halten sich aber im Rahmen, und von Übelkeit und Erbrechen bleiben wir dieses Mal ganz verschont.
Als Reisevorbereitung haben wir 4 Wochen vor Abflug täglich Ferrum phosphoricum D6 eingenommen, um die Bildung der roten Blutkörperchen anzuregen.
Bereits ab dem ersten Tag sind wir in der Lage zu arbeiten. Die 3 Tage bis zum ersten Unterrichtswochenende sind angefüllt mit Unterrichtsvorbereitung, Besorgungen und dem Überarbeiten von Patientenakten. Am Nachmittag des dritten Tages behandeln wir die erste Patientin. Eine ganze Menge Arbeit für die ersten Tage auf dieser Höhe.
Für eine wirkliche Beurteilung ist es sicher noch zu früh, aber unsere Verfassung während der ersten Tage stimmt uns doch hoffnungsfroh zu diesem Selbstversuch.
Dann stürzen wir uns auch schon ins Unterrichtswochenende. Erneut kommen 3 völlig neue KursteilnehmerInnen. Diese sind durch eine Lerngruppe glücklicherweise bereits einigermaßen eingeführt und so kaum eine Belastung für den Unterricht. Als jedoch am 2. Wochenende nochmals 3 Neue erscheinen, bitten wir darum, den Kurs zu schließen. Nicht nur, dass es immer schwieriger wird, versäumten Unterricht nachzuholen, auch die Kapazitäten der Lehrpaxis stoßen mit der erreichten Kursgröße an ihre Grenze. Insgesamt haben wir jetzt 34 SchülerInnen auf der Liste, etwa 30 von ihnen zuverlässig. Die Versuchung, alle Interessierten zu unterrichten ist groß. Aber eine Ausbildung, während der jede KursteilnehmerIn vielleicht einmal im Jahr einen Patienten behandelt, ist alles andere als das, was wir uns vorstellen.
Das Unterrichten in La Paz ist wie immer eine große Freude. Die meisten sind sehr gut vorbereitet, die Arbeitsatmosphäre ist hochkonzentriert. Unsere KursteilnehmerInnen haben im Verlauf des halben Jahres seit Unterrichtsbeginn 2 Arbeitsgruppen gebildet, in denen sie das Erlernte gemeinsam vertiefen und nacharbeiten.




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